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Lebensberatung

Lebens- und Paarberatung mit Herrn A., 53 Jahre
Herr A. ist nach schwerer Krankheit mit multiplen Beschwerden, Operationen und mehrfachem Krankenhausaufenthalt sowie anschließender Reha wieder zu Hause und muss sein Leben völlig neu strukturieren. Zum Erstgespräch kommt zunächst seine Frau. Danach finden die Gespräche in der Wohnung der Familie statt.
 
Hr. A. war immer sehr sportlich, hat Vollzeit gearbeitet und hat auch sonst viel mit der Familie unternommen. Viele Dinge, wie z.B. laufen oder sprechen muss Hr. A. erst wieder neu lernen. Ihm ist klar, dass er nie wieder so sportlich, leistungsfähig und arbeitsfähig sein wird, wie er es einmal war. Bei allen therapeutischen und medizinischen Erfolgen ist offen, inwiefern er irgendwann wieder ein eigenständiges Leben führen kann.
 
In der Beratung geht es deswegen darum, die Krankheit und die Behinderung zu akzeptieren, die Motivation nicht zu verlieren, sich immer wieder neue, kleine Herausforderungen zu suchen und bei allem wieder so viel wie möglich Spaß am Leben zu haben.
 
Zum Teil finden die Beratungen mit der Frau statt, die sich sehr um ihren Mann kümmert und ihn pflegt. Beide müssen ihr Leben neu ordnen. Die Beratung unterstützt beide dabei sich über ihre Wünsche, Erwartungen und Sorgen klar zu werden und davon zu erzählen, ohne den anderen zu verletzen. Beide sind sehr reflektiert und emotional sehr stark. Trotzdem kommt es gelegentlich zu körperlichen Rückschritten bzw. Einbrüchen, begleitet durch depressive Phasen.
 
Sicherlich trägt auch ein großer Freundeskreis dazu bei, dass Hr. A. von vielen Seiten Hilfe, Zuspruch und Unterstützung bekommt. Neben allen medizinischen Maßnahmen und Förderungen, ist für die Familie, die psychosoziale Beratung ein wichtiger Baustein bei der Neustrukturierung ihres Alltags und ihrer Partnerschaft.
Die Beratung wird 2016 mit diesen Zielen fortgesetzt.
Beratungs-Beispiel: Die Geschichte von Herrn S. (36 Jahre)

Beratungs-Beispiel: Die Geschichte von Herrn S. (36 Jahre)

Die Geschichte von Herrn S. - Lebensberatung*

Herr S. ist 36 Jahre, alleinstehend und in mittlerer Position in einer Behinderteneinrichtung tätig. Seine Freundin hat sich von ihm getrennt. Das passiert ihm zum wiederholten Mal. Er ist sehr niedergeschlagen und verunsichert. Kaum kann er sich auf seine Arbeit konzentrieren, und das, obwohl er sonst sehr erfolgreich ist. Zu den Beziehungsproblemen kommen nun Existenzängste hinzu. Ein Kollege empfiehlt ihm, sich an die Psychologische Beratungsstelle zu wenden.
Im Verlauf des ersten Gesprächs wird klar, dass Herr S. sich schnell unsicher fühlt, auch im Beruf. Dann tritt er stets die Flucht nach vorn an. Mit Leistung hat er viel erreicht, doch innerlich fühlt er sich oft ganz klein, vor allem seinem Vorgesetzten gegenüber. Auch mit dem Berater geht es ihm so. Er sehnt sich nach fürsorglicher Liebe einer Frau. Doch bisher ging immer der Beruf vor.
In den nächsten Gesprächen wird deutlich wie eng Herr S. noch an seine Mutter gebunden ist. Nachdem sie sich von seinem Vater getrennt hatte, tat sie stets alles für ihn. Obwohl der Kontakt zu seinem Vater abgebrochen ist, kämpft er immer noch um dessen Anerkennung. Schließlich wagt er es, mit seinem Vater Kontakt aufzunehmen. Sein Vaterbild verändert sich. Darüber findet er seine Lebensenergie wieder. Die Probleme mit Frauen scheinen ihm nicht mehr so wichtig.
In einer zweiten Beratungsphase gelingt es Herrn S. zunehmend, sein Selbstbild und seine Ansprüche zu verändern, er wird selbstbewusster. Dies führt zu Konflikten mit seiner Mutter, denen er sich immer mehr stellt. Herr S. beendet die Beratung, weil er sich für seinen weiteren Weg stark genug fühlt. Zwei Jahre später schickt er eine Heiratsanzeige.

*Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.
 

Ähnliche oder ganz andere Lebenskrisen können jeden von uns treffen. Erwachsenen bieten wir deshalb die Möglichkeit in Beratungsgesprächen über Belastendes zu erzählen und jemandem zu begegnen, der/die wirklich zuhört und gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen sucht.

In unserem Projekt "Psychologische Beratung für ältere Menschen und deren Angehörige" gehen wir ganz bewusst auf die über 60jährigen zu. In Ulm können wir aufgrund einer zusätzlichen Bezuschussung durch die Stadt auch zu Ihnen nach Hause kommen, wenn der Weg in die Beratungsstelle nicht mehr möglich ist.

Da die Lebensberatung über dieses Projekts hinaus nicht öffentlich bezuschusst wird, sind wir nach einem kostenfreien Erstgespräch auf eine Kostenbeteiligung Ihrerseits angewiesen. Jedoch scheitert keine Beratung aus finanziellen Gründen. 

Weiterhin unterstützt unser Förderkreis uns finanziell, um diese wichtige Aufgabe wahrnehmen und auch finanziell schlechter gestellten Menschen anbieten zu können. An dieser Stelle wollen wir uns dafür herzlich bedanken. Falls Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder regelmäßigen Förderung unterstützen wollen,  laden Sie sich den Flyer oder das Formular zur regelmäßigen Förderung des Förderkreises in unseren Downloads herunter. Dort finden Sie unsere Bankverbindung oder können Sie ein Lastschriftverfahren einrichten.