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Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung

Beratungs-Beispiel: Die Geschichte von Laura (5 J.)

Die Geschichte von Laura - Erziehungsberatung*

Laura war fünf Jahre alt, als sich ihre Eltern trennten. Der Vater zog aus. Die Mutter hatte schnell wieder einen Freund. Vor ihm fürchtete sich Laura, weil er so streng war. Als Lauras Vater wieder eine neue Freundin hatte, holte er Laura nur noch unregelmäßig ab. Laura war alles zu viel. Sie machte wieder ins Bett. Ihr größter Wunsch war, dass sich die Eltern wieder vertragen und zusammenziehen.
Kinder wie Laura können meistens nicht sagen, was sie bewegt. Sie drücken es durch ihr Verhalten aus. In der Spieltherapie spielte Laura immer wieder ein Baby, das versorgt werden musste. Sie fühlte sich nicht stark genug, die Trennung der Eltern auszuhalten. Sie hatte ein schlechtes Gewissen: Sie gab sich die Schuld an den Streitigkeiten der Eltern, weil sie öfter frech war. Fühlte sie sich stärker, brachte sie die Wut und die Trauer über die Trennung zum Ausdruck. Nach etwa einem Jahr nässte sie nicht mehr ein. Ihren Eltern sagte sie selbstbewusster die Meinung, und sie kam einigermaßen in den zwei Familien zurecht.
Eltern können oft nicht aushalten, dass auch die Kinder wegen der Trennung trauern. Durch die Gespräche wurde Lauras Mutter unterstützt, Laura mit ihrer Trauer und Wut auszuhalten und anzunehmen. Der Vater Lauras konnte für ein Gespräch gewonnen werden. Er erkannte seine Bedeutung für Laura als Vater und holte sie wieder regelmäßig zu sich.

*Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.

Beratungs-Beispiel: Die Geschichte von Gesine (13 J.)

Die Geschichte von Gesine - Erziehungsberatung*

Gesine ist dreizehn Jahre alt. Ihre Eltern leben getrennt. Gesines Mutter weiß nicht mehr weiter: Die beiden liegen ständig wegen der Schule im Streit. Gesine wird in der Schule zunehmend schlechter und droht nun zum zweiten Mal sitzen zu bleiben. Gesines Mutter ist der Meinung, ihre Tochter nehme sich zu wenig Zeit zum Lernen. Sie ist der Ansicht, dass man es nur durch Leistung im Leben zu etwas bringen könne. Mutter und Lehrerin sind der Meinung, Gesine könne in der Schule bessere Leistungen bringen.
Gesine ist wütend auf ihre Mutter: Ständig macht ihr ihre Mutter Vorhaltungen wegen der Schule, schränkt sie ein, so dass ihr der Spaß am Leben verloren zu gehen droht. Mehr Lernen bringe nicht mehr Erfolg. Oft hatte Gesine festgestellt, dass sie alles wieder vergesse und trotz des Lernens schlechte Noten schreibe. Von der Mutter fühlt sie sich unter Druck gesetzt. Vom Vater fühlt sie sich im Stich gelassen, weil er sich mehr um seine eigenen Probleme kümmert als um sie. Gesine will nicht nur die brave Tochter sein und sich an dem orientieren, was ihre Mutter sagt.
Zunächst kommen Mutter und Tochter gemeinsam in die Beratungsstelle. Auf Vorschlag der Beraterin handeln Gesine und ihre Mutter miteinander aus wie sie miteinander besser zu Recht kommen können: Gesine bestimmt selbst, was sie tun will, um ihr Leistungsniveau in der Schule anzuheben. Im Gegenzug hört die Mutter auf, Gesine dazu anzuhalten und zu kontrollieren. Wenn Gesine ihre selbst gesteckten Ziele erreicht hat, darf sie einmal in der Woche länger ausgehen. Für die Mutter ist es wichtig, dass sie dann weiß, wo sie sich aufhält.
Nun kommt Gesine allein zu den Gesprächen in die Psychologische  Beratungsstelle. Die Beraterin erforscht gemeinsam mit Gesine die Gründe, warum sie sich so schlecht in der Schule konzentrieren kann und trotz guter Begabung schlechte Schulleistungen hat. Als Ursache stellt sich heraus, dass Gesine im Alter von sieben bis zehn Jahren von einem Mann sexuell missbraucht wurde. Eine Rechtsanwältin wird eingeschaltet. Gesine nutzt die Möglichkeit, die Folgen ihres sexuellen Missbrauchs mit der Beraterin zu besprechen und die Erlebnisse und Erinnerungen, die sie damit verknüpft, noch einmal gemeinsam anzuschauen, um sie dann verarbeiten und zur Seite legen zu können.

*Alle Geschichten werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Klienten und geänderten Namen veröffentlicht.

 

Wer an den Beratungsgesprächen Teil nimmt und welches Ziel wir dabei verfolgen, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen in einem Erstgespräch. Wir bieten Beratung für Eltern(teile), die sich unsicher sind, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen, Spieltherapien für einzelne Kinder, Einzelgespräche für Jugendliche und junge Erwachsene sowie die Möglichkeit mit der ganzen Familie zu arbeiten.

Besonders geschulte Mitarbeiter bieten Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern Entwicklungspsychologische Beratung, bei der Elternteile und Kind in ihrem Umgang miteinander beobachtet und Ratschläge zum Erhalt oder zum Aufbau einer sicheren Bindung entwickelt werden.

Zusätzlich gibt es bei uns für Kinder diese Gruppenangebote.

Online können sich Jugendliche und Eltern bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung beraten lassen: https://www.bke-beratung.de